Wenn Sendungen in Rekordzeit von Berlin nach New York geschickt werden müssen, sind wahre logistische Meisterleistungen gefragt. Ein Tag mit einem Mitarbeiter des Special Service Desk (SSD) von time:matters ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen eines hochkomplexen Logistiksystems.
Flughafenvorfeld Frankfurt am Main kurz nach sechs Uhr morgens. Ein eiskalter Wind fegt über die Start- und Landebahnen eines der größten Flughäfen der Welt. Trotz der frühen Stunde herrscht hier schon rege Betriebsamkeit. Flieger starten und landen im Minutentakt, der Lärm lässt einen verstummen. Bereits früh am Morgen müssen die ersten Container umgeladen werden. Jörg Rennert, Mitarbeiter des Special Service Desk (SSD) beim Experten für Notfall- und Speziallogistik time:matters, passiert soeben mit dem time:matters-Vorfeldauto die Durchlasskontrolle für das Vorfeld. Ohne Berechtigung und Sicherheitscheck geht hier gar nichts. Von höchster Wichtigkeit ist auch die grellgelbe Jacke. Ohne diese ist das Vorfeld tabu. Jörg Rennert ruft im Büro in Neu-Isenburg an: „Wann kommt die 761 aus Delhi rein?“ Der Kollege in der Zentrale informiert: „Die Maschine hat Verspätung. Position Alpha 25.“ Es folgen Buchstabenkürzel und Zahlenreihen: AKH 19898 und AKE 05994, Bezeichnungen für unterschiedliche Containertypen. Da time:matters Sendungen in der Regel lose versandt werden, sind die einzelnen Packstücke zur einfacheren Abwicklung häufig in Containern zusammengefasst. Jörg Rennert gibt Gas. Trotz Verspätung der Maschine wird es knapp mit der Zeit, weil innerhalb einer halben Stunde der Inhalt von zwei kleinen Containern in einen großen für den Weiterflug nach New York umgepackt werden muss. „Das Be- und Entladen einer Maschine hängt natürlich von der Größe des Flugzeugs ab. Aber in der Regel ist sie in gut zwanzig Minuten leer und in weiteren dreißig wieder beladen“, berichtet Jörg Rennert.
Mit der Liste auf der Piste
Mittlerweile ist Jörg Rennert bei der 761 aus Delhi angekommen und spricht mit den Entladern. Jeder hier auf dem Vorfeld trägt seinen Teil dazu bei, dass die extrem komplexen Prozesse reibungslos ablaufen. Die Pakete sind zum Weiterflug nach London und New York bestimmt, für beide Städte steht jeweils ein eigener Wagen bereit, der sie zum jeweiligen Flieger bringt. Einige Pakete sind beim Ausladen aus der Maschine aus Versehen auf dem falschen Wagen gelandet. Jörg Rennert packt selbst mit an und hilft bei der richtigen Verteilung. Zurück im Auto hakt er die erledigte Lieferung auf seiner Liste ab, die er kurz vor sechs Uhr morgens am time:matters Service-Schalter am Frankfurter Flughafen in die Hand gedrückt bekommt. Auf ihr findet er die wesentlichen Daten für sein Tageswerk: Flugnummer, planmäßige Ankunftszeit, Stückzahl, Daten über einen eventuellen Weiterflug.
Zahnersatz für Hamburg und Dresden
Rennert ist schon wieder aus dem Auto gesprungen und prüft, ob Zahnersatz-Lieferungen nach Hamburg und Dresden korrekt verladen werden. Gemeinsam mit den anderen sortiert er die kleinen Pakete und packt sie an die richtige Stelle. Wieder zurück auf die Piste – die Wege, die an diesem großen Flughafen innerhalb kürzester Zeit zurückgelegt werden müssen, sind beachtlich. An Rasen ist dennoch nicht zu denken – auch auf dem Vorfeld gibt es Geschwindigkeitsbeschränkungen, die es einzuhalten gilt. Dieses Mal ist für Jörg Rennert die Sammelstelle für die Sendungen das Ziel. Nicht alle werden nämlich sofort zum Weiterflug abgewickelt und verladen, sondern manchmal auch einige Zeit später, je nachdem, auf welchen Flug eine Sendung gebucht wurde. An der Sammelstelle unterstützen Abfertigungsmitarbeiter time:matters und achten genau darauf, dass Sendungen, die hier auf die Weiterreise warten, rechtzeitig zum Flieger gebracht werden und dabei nichts vergessen wird.
Dass man in diesem Job mit Menschen umgehen können und ein gutes Verhältnis zu den Partnern haben muss, zeigt sich, als es um kurz vor zehn an einem anderen Flugzeug mit Flugziel Lagos/Nigeria hektisch wird. Es wurde versehentlich vergessen, einzelne Pakete aus zwei kleinen Containern für den Weiterflug in einen großen umzuladen und jetzt – 30 Minuten vor dem Abflug – wird es für diese Umwandlung, zu dem auch ein vorgeschriebener Wiegevorgang gehört, ziemlich knapp. Jörg Rennert bespricht die Sachlage mit dem Lademeister und hilft schnell beim Umladen. Kurz darauf fährt schon der Wagen mit dem Container in Richtung Waage. Die übrige Fracht wird eingeladen, Rennert wird unruhig. Er blickt wiederholt auf die Uhr. Der Platz vor dem Flieger ist inzwischen leer – in dem Moment biegt der Wagen um die Ecke. Rennert atmet auf. Ein kurzes Kopfnicken des Lademeisters bestätigt, dass er es rechtzeitig schaffen wird und kurze Zeit später verschwindet der Container mit den Sendungen im Bauch des Flugzeugs nach Lagos. Geschafft! Jetzt muss er kurz in Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate) anrufen, wo time:matters seit 2004 für seine weltweiten Kurierservices ein globales Service Center betreibt. „This is Jörg Rennert from the ramp in Frankfurt“, ruft er einen Augenblick später in sein Handy. Dann gibt er den Status Quo der Aufträge dieses Morgens und die dabei entstandenen Probleme sowie sämtliche Änderungen weiter, damit auch in Sharjah der Überblick über alle Vorgänge gewährleistet ist.
Dann geht es wieder auf den Flughafen-Rundkurs. Es stehen noch einige Sendungen zur Kontrolle an. Bis zum Ende seiner Schicht wird Jörg Rennert noch einige Kilometer fahren müssen. Erst um zwei Uhr nachmittags ist heute für ihn Schluss.