Fliegende Bodyguards für wichtige Eilsendungen

onboard KurierIm Rahmen der Kurier-, Sameday- und Notfall-Logistik begleiten „On-Board-Kuriere“ dringend benötigte Ersatzteile, wertvolle Warenmuster oder vertrauliche Dokumente höchstpersönlich bis an ihr Ziel – je nach Kundenwunsch auch bis ans Ende der Welt. Gesteuert und koordiniert werden die Einsätze von einem „Special Service Desk“, das eher einer Experten-Zentrale denn einem regulären Call-Center gleicht.

„Wir brauchen ganz dringend Ihre Hilfe – Sie sind unser rettender Strohhalm!“ Manchmal sind es tatsächlich ziemlich dramatische Notrufe, die telefonisch im Service-Center des Logistik-Dienstleisters time:matters eingehen. Bei dem in Neu-Isenburg bei Frankfurt am Main ansässigen Unternehmen, das zur Lufthansa-Konzernfamilie gehört, sind Anrufer mit logistischen Problemfällen an der richtigen Adresse. Die Mitarbeiter des „Special Service Desks“ (SSD),  kennen sich aus mit der Handhabung aller möglichen, bisweilen auch „unmöglicher“ Logistik-Notfälle. SSD-Mitarbeiter Christian Radinger beschreibt seine Tätigkeit und die Funktion des Service-Centers so: „Es liegt in der Natur von Notsituationen, dass kein Szenario dem anderen gleicht. Daher entwickeln und realisieren wir jeden Tag aufs Neue maßgeschneiderte Problemlösungen – kunden- und einsatzindividuell.“

Szenenwechsel: Christian Radinger durchquert am Steuer eines Mietwagens einen abgelegenen Winkel der griechischen Bergwelt. Er ist mit einem Ingenieur verabredet, dem Mitglied des Entwicklungsteams eines deutschen Automobilherstellers, das hier mit einem Testwagen unterwegs ist – welcher allerdings wegen einer Störung in der Motorelektronik zurzeit nicht anspringen will. Um den Defekt beheben zu können, sind die Techniker dringend auf eine Software-CD angewiesen; diese jedoch war im Produktionswerk in Deutschland liegen geblieben. „Chris“ Radinger hat die CD vor wenigen Stunden in der heimischen Firmenzentrale des Automobilherstellers abgeholt, ist mit ihr im Handgepäck von Deutschland nach Griechenland geflogen, hat sich am Athener Airport ein Auto gemietet – und händigt den Datenträger nun vor Ort, mehr als 2.000 Kilometer von zuhause entfernt, einem der Techniker aus. Radinger fungiert hier als persönlicher „Retter in der Not“: Der 26-jährige Logistikexperte arbeitet nämlich nicht nur als Kundenberater und -betreuer im „Special Service Desk“ von time:matters, wo er die Logistikproblemlösungen theoretisch erarbeitet – er reist bisweilen auch als „On-Board-Kurier“ (englisch: On Board Courier; abgekürzt: OBC) selbst an den Einsatzort, um beispielsweise dringend benötigte Ersatzteile, wertvolle Warenmuster oder vertrauliche Dokumente persönlich zu überbringen.

Die „fliegenden Boten“, wie die OBCs im Logistikjargon auch genannt werden, stehen rund um die Uhr auf Abruf bereit, um in logistischen Notfällen eine ebenso schnelle wie zuverlässige Problemlösung zu gewährleisten. Wie Bodyguards begleiten sie „ihre“ Sendungen von der ersten bis zur letzten Minute: Von der persönlichen Entgegennahme beim Absender bis zur persönlichen Übergabe an den Empfänger lassen sie das hochwichtige oder besonders wertvolle Transportgut zu keinem Zeitpunkt aus den Augen. Um ihr Transportziel zu erreichen, nehmen On-Board-Kuriere in der Regel „multimodal“ mehrere unterschiedliche Verkehrsmittel in Anspruch: so zum Beispiel erst Flugzeug und dann Mietwagen, wie bei Christian Radingers Griechenland-Einsatz. All das klingt ungemein spannend, herausfordernd, abwechslungsreich, beinahe abenteuerlich – ein Traumjob also? Radinger lächelt: „Irgendwie schon – aber auch eine extrem verantwortungs- und anspruchsvolle Tätigkeit, die neben sehr viel Flexibilität ein außerordentlich hohes Maß an Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit voraussetzt.“

Insgesamt drei Service-Center betreibt time:matters: außer in der Neu-Isenburger Unternehmenszentrale auch in Düsseldorf sowie in Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate). Für die Kunden sind die Notfall-Logistikexperten rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche unter der kostenlosen Servicenummer 49 (0) 800 117 117 7 erreichbar. Die 24-Stunden-Rufbereitschaft ist von immenser Bedeutung – denn in nicht wenigen Einsatzfällen kommt es tatsächlich auf jede Minute an: Wenn zum Beispiel in einer Fabrik die komplette Produktion zum Stillstand kommt, weil ein entscheidendes Ersatzteil nicht sofort greifbar ist, steigen die Ausfallkosten oftmals sehr schnell in unermessliche Höhen. Ebenso brisant und aus Sicht des Betroffenen gleichermaßen dramatisch: das Problem eines Unternehmensmanagers, der auf dem Weg zu einem Geschäftstermin in Moskau feststellen muss, dass er hochgradig wichtige, zudem vertrauliche Firmenpapiere in seinem Frankfurter Hotelzimmer vergessen hat…

Christian Radinger und seinen etwa 20 Kollegen wird die Arbeit also auch künftig nicht ausgehen. Dass, im Gegenteil, die Nachfrage nach den Leistungen von Logistikproblemlösern kontinuierlich zunimmt, zeigt sich nicht zuletzt darin, dass Dienstleister wie time:matters regelmäßig auf Mitarbeitersuche sind – nicht nur, aber auch für den Einsatz als „fliegende Bodyguards“.