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Donnerstagvormittag ... Im Stau auf dem Weg zur 'alltäglichen' Arbeit rief mich mein Kollege an. „Dreh wieder um, denn du fliegst...“
Meistens habe ich nur das Allernotwendigste für eine Reise dabei, aber nicht für vier Tage USA! Also um 9.30 Uhr geht es zurück nach Rotterdam, um den Koffer für eine Reise durch drei Staaten in Amerika zu packen. Meistens soll der 'On Board Kurier' so wenig persönliches Gepäck wie möglich mitnehmen, weil die Sendung natürlich vorgeht. Dieses Mal handelt es sich aber um zwei Briefe, die in meine Handtasche passen!
Ich muss mich beeilen, denn der Flug nach Houston geht schon um 14.00 Uhr. Um 12.00 Uhr bin ich zurück im Büro, und mein Kollege bringt mich direkt in die Abflughalle! Ich erhalte meine Tickets und die versprechen einiges: Für Kenner: AMS-IAH-DFW-OAK-SFO-EWR-AMS. Für die Nicht-Kenner: Amsterdam-Houston, Houston-Dallas, Dallas-Oakland, Fahrt nach San Francisco, San Francisco-Newark, Newark-Amsterdam. Zum Glück fällt es mir leicht überall zu schlafen.
Vom Büro direkt in die Abflughalle
Auf dem Flughafen Schipol stehen noch drei andere Kollegen und warten. Sie fliegen für denselben Kunden nach Tokyo, Vancouver und Washington. Es handelt sich um wichtige Verträge, die eigentlich schon gestern Abend hätten abgeliefert werden müssen. Zusammen nehmen wir noch schnell ein kleines Getränk zu uns, wünschen uns gegenseitig viel Erfolg bevor wir uns zum Flug nach Houston begeben. Der Flug verläuft prima, ich kann von der Hast und dem Gerenne verschnaufen,einen Film schauen, schlafen und dann sind wir auch schon da. An Bord treffe ich noch einen Bekannten von Continental Airlines Cargo aus Houston Headquarters,wir halten ein kurzes Schwätzchen, so dass die Zeit schnell vergeht. Die Ankunft in Houston verläuft einwandfrei und bevor ich mich versehe, stehe ich am Abflugschalter für den folgenden Flug nach Dallas. Das bedeutet Landen und Abheben und auch dort verläuft die Ankunft glatt,ich nehme ein Taxi zu meinem Hotel in der Nähe des Lieferortes, Irving. Hier muss ich morgen Vormittag früh die Sendung abliefern, denn heute Abend haben sie geschlossen.
Wichtige Verträge...oder wie man an der Poststelle vorbei zum CEO kommt
Freitagfrüh um 05.00 Uhr klingelt der Wecker,was eigentlich nicht nötig ist, denn wegen der Zeitverschiebung war ich schon wach. Ich hatte für 6.00 Uhr ein Taxi bestellt, um nach Irving zu fahren. Es war glücklicherweise auch pünktlich da. Ich gebe ihm die Anschrift, zu der ich muss, erkläre dem Taxifahrer, dass ich etwas abgeben und dann wieder zum Flughafen muss. Das begreift aber kein Taxifahrer. Was muss man bei einer Firma für 5 Minuten machen? Und was macht man sowieso in Dallas vor 12.00? Manchmal habe ich Lust, es zu erklären, manchmal auch nicht... Ich habe mich damit abgefunden, dass die meisten Leute nicht begreifen, welche Art Arbeit wir machen und warum. Um 6.30 Uhr fahren wir auf das Firmengelände, wo man dringend auf meinen Umschlag wartet...dachte ich. Das Schreiben war für "den CEO persönlich", also versuche ich, es ihm persönlich auszuhändigen...dachte ich. Bei der Poststelle erzähle ich meine Geschichte, was ich habe, woher ich komme und zu wem ich muss...ja. 'Leg es dort mal hin...!' 'Was?' sage ich ein wenig geschockt. Ich glaube nicht, dass dieser Mann überhaupt begreift, wie wichtig dieses Schreiben ist. Warum sollte ich sonst mit dem Flugzeug gekommen sein? Ich bin kein normaler Postbote. Deshalb unterstreiche ich noch mal, dass ich extra aus den Niederlanden hergeflogen bin, um die Sendung persönlich auszuhändigen!! Jetzt wird der Mann etwas zugänglicher, kritzelt etwas auf und wirft den Umschlag auf den Stapel (grr...). Noch mal: 'Mein Herr, dieses Schreiben muss persönlich dem CEO ausgehändigt werden, können Sie bitte dafür sorgen?' 'Und außerdem muss ich Ihren Namen wissen, die Unterschrift nützt mir nicht viel.' Nachdem ich dem Mann in den Ohren gelegen habe, verspricht er, dass alles in Ordnung geht. Ich hoffe es...
Ein "kleiner "Inlandsflug...und Übergabe der zweiten Sendung in Kalifornien
Danach steige ich wieder ins Taxi, denn ich muss den Flug um 9.40 Uhr nach Oakland schaffen. Inzwischen rufe ich bei time:matters an, um zu sagen, dass die Sendung abgeliefert wurde. Ich berichte auch noch, dass persönliches Abgeben nicht klappte und dass der Kunde vielleicht die Firma noch kurz anrufen kann, um sich zu vergewissern,dass die Sendung dort wirklich liegt!
Um 7.30 Uhr stehe ich wiederum in Dallas Fort Worth International Airport zum Einchecken nach Oakland. Die Stadt befindet sich in der Nähe von San Ramon, Kalifornien, wo meine zweite Lieferadresse liegt. Ein kleiner Inlandsflug, dachte ich, aber es ist ein Flug von 3 Stunden und 40 Minuten, da kann ich meinen Schlaf von der letzten Nacht nachholen. Um 11.30 Uhr landet die Maschine der American Airlines auf dem Flughafen von Oakland. Es ist eine kleine Stadt in der Nähe von San Francisco, die ich vom Flugzeug aus auch noch kurz sehen konnte. Nach der Ankunft bin ich sofort wieder ins Taxi gestiegen, um etwa 40 km weiter in San Ramon zu liefern. Hier verlief es glücklicherweise etwas leichter, aber persönliches Abgeben beim CEO klappte auch hier wieder nicht. Sie behandelten hier das Dokument ein wenig professioneller und ich konnte ruhigen Herzens auf meinem Weg ins Hotel in der Innenstadt von San Francisco ins Taxi steigen. Ich rufe im time:matters-Büro an, um dort die Zustellbestätigung mitzuteilen, damit auch der Kunde weiß, dass die Übergabe des zweiten Umschlages erfolgt ist. Die Fahrt mit dem Taxi geht über die Bay Bridge und in der Ferne sehe ich auch die bekannte Golden Gate Bridge. Über mehrere Hügel bergauf und bergab komme ich in mein Hotel. Die Arbeit ist erledigt. Ich rufe noch kurz meinen Kollegen an, der in Tokyo auf der anderen Seite des Großen Ozeans ist. Lustiger Einfall.
Sight-Seeing...oder die Belohnung des On-board-Kurier
Jetzt kann ich noch zwei Tage San Francisco genießen. Das ist eine tolle Stadt und ich habe Glück mit dem Wetter. Das ist der Vorteil der 'on-board-Kurier-Arbeit', nach der Ablieferung hat man noch freie Zeit. Manchmal hat man Pech, dass man am selben Tag wieder zurück muss, aber man hat auch öfters Glück und kann einige Tage bleiben.
Nachdem ich zwei Tage durch San Francisco gelaufen und geradelt bin, geht der Flug über Newark nach Amsterdam zurück. Dieses Mal gibt es keine Rücksendungen, also kann ich ohne Auftrag zurück. Der Flug dauert sechs Stunden, aber es erscheint mir wie eine Ewigkeit, auch weil wir noch eine ganze Zeit über New York kreisen. Newark, aber auch der JFK-Airport gehören zu den am stärksten frequentierten Flughäfen der Welt, auch heute wieder, und ich frage mich nach einer Stunde Kreisen doch ernsthaft, ob ich meinen Anschlussflug nach Amsterdam noch schaffe. Es lagen noch eineinhalb Stunden dazwischen, aber die haben sich jetzt auf 25 Minuten verringert. Über eine Stunde zu spät landen wir in Newark und glücklicherweise hat das Personal von Continental seine Hausarbeiten anständig gemacht, denn alle Transferpassagiere dürfen zuerst aus dem Flugzeug. Kaum wurde das gesagt, rennen einige Passagiere aus dem Flugzeug und stürmen durch die Abflughalle. Ich sehe das Lämpchen 'final boarding call' bereits brennen, aber zum Glück wartet Continental auf die Gruppe nach Amsterdam und wir können mit. Ich bin froh, als ich in meinem Sitz sitze, aufsteige und die Lichter von Manhattan immer kleiner werden sehe......
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